Wildkameras - Mit Hi-Tech das Revier im Blick
Die Jagd und die bloße Naturbeobachtung haben eines gemeinsam: Den gewünschten Erfolg wird nur derjenige haben, der gut vorbereitet und überlegt zu Werke geht. Genau hier eröffnen Wildkameras völlig neue Möglichkeiten, denn Erfassung, Kontrolle und Beobachtung des Wildbestandes und dessen Bewegung innerhalb des Reviers geschehen mit Hilfe des elektronischen Auges nicht mehr zufällig sondern gezielt und systematisch.
So bewegt sich Schwarzwild für den Laien auf den ersten Blick völlig planlos durch das Gelände. Wer sich allerdings genauer mit den täglichen Bewegungsmustern des Schwarzwildes beschäftigt, wird feststellen, dass gerade die Schwarzkittel wahre Gewohnheitstiere sind. Bevorzugte Plätze werden immer wieder aufgesucht. Wer seine Tiere kontinuierlich beobachtet, wird feste Routen erkennen, denn bestimmte Stellen werden tatsächlich in einer täglich gleichen Reihenfolge angelaufen.
Versieht man einen solchen bevorzugten Platz im Revier nun mit einer Wildkamera (auch „Fotofalle“ genannt), wird man genauen Bericht darüber erhalten, welches Tier wo in Erscheinung tritt. Schnell lernt man so die Einzeltiere einer Rotte besser kennen. Und der aufmerksame Beobachter wird feststellen, dass jedes Tier ganz persönlichen Züge und seine ganz individuellen Gewohnheiten hat.
Selbstverständlich eignet sich die Wildkamera auch für die Beobachtung und die Bestandskontrolle des Rehwilds. Angebracht mit Blick auf Tresterhaufen oder Salzlecke liefern Wildkameras, je nach Jahreszeit, ganz unterschiedliche Impressionen. – Stehen die Böcke Ende Februar, Anfang März noch friedlich am Tresterhaufen beisammen, wird man mit Fortschreiten des Frühjahrs nur noch einzelne Böcke auf den Bildern zu sehen bekommen.
Auch bei weniger erfreulichen Aufgaben bringt die Kamera Licht ins Dunkel: Oft kommt es vor, dass im Revier – sei es absichtlich oder durch Unwissenheit, Schaden durch Menschenhand angerichtet wird. Ein unauffällig angebrachtes Kameramodell mit Infrarotblitz kann hier den Täter entlarven. Rund um die Uhr hat die automatische Kamera ein Auge auf die Reviereinrichtungen, Waldwege oder Fischteiche. Untergebracht in einem wetterfesten Gehäuse, arbeitet sie zuverlässig und bei jeder Witterung. Verbunden mit einem temperaturempfindlichen Bewegungsmelder, löst die Kamera automatisch aus, sobald der Wärmesensor einen Anstieg der Temperatur im Sensorbereich feststellt. Ob die „Wärmequelle“ tierischer oder menschlicher Art ist, spielt dabei keine Rolle, entscheidend ist allein das Vorhandensein messbarer Körperwärme.
Abhängig vom Kameramodell kann man zwischen mehreren Einzelaufnahmen oder kurzen Videosequenzen wählen. Jede Aufnahme ist zu Dokumentationszwecken mit Datum und Uhrzeit versehen. Es gibt sogar Modelle, die zusätzlich noch Angaben über aktuelle Temperatur oder Mondphase liefern. Auch kann man zwischen Modellen mit Blitz oder Infrarot wählen. Gespeichert werden die Aufnahmen, wie bei normalen Digitalkameras auch, in einem integrierten Speicher. Zusätzlich kann man auch Speicherkarten benutzen. Wildkameras unterscheiden sich hier nicht von herkömmlichen Apparaten.
Für Jagd und Naturbeobachtung ist die Wildkamera ein wunderbares Instrument, das mit Sicherheit ganz neue Einblicke liefern wird.